Spielbericht Spanien gegen Italien

von Philipp am 10. Juni 2012 · 2 Kommentare

Spanien gegen Italien EURO 2012

Spanien 1:1 Italien

Im Duell der letzten beiden Weltmeister gab es am frühen Abend in Danzig keinen Sieger. Dennoch sahen die Zuschauer in der PGE Arena eines der wohl besten Unentschieden der jüngeren Vergangenheit. Denn anders als von vielen erwartet, hielten die Italien Italiener gegen die Spanien spanischen Titelverteidiger mehr als nur dagegen.

Beide Teams traten in ihren gewohten Heim-Trikots an und machten ihrem Namen alle Ehre: Die Furia Rocha in rot, die Squadra Azzurra in blau.

Schiedsrichter der Partie war der Ukrainer Victor Kassai, der als einer der besten seiner Zunft gilt und kürzlich das Rückspiel im Champions League-Halbfinale zwischen dem FC Bayern und Real Madrid leitete. Für die Spanien also ein schlechtes Omen?

PGE Arena in Danzig

In der PGE Arena in Danzig wurde heute ein spektakuläres Unentschieden geboten

Das Spiel begann munter. Spanien zwar wie vom FC Barcelona gewohnt mit mehr Ballbesitz, doch die Italiener gingen früh auf den ballführenden Spieler. Das druckvolle Spiel zeigte ein ums andere Mal Wirkung und zwang die Spanier schon weit im Mittelfeld zu ihrem bekannten Kurzpassspiel. Ein Stil, für den das überbesetzte offensive Mittelfeld prädistiniert war, standen doch mit Xavi Hernandez, Cesc Fabregas, Andrés Iniesta und David Silva vier offensive Mittelfeldspieler, aber kein ausgewiesener Stürmer auf dem Platz.

Beide Teams erarbeiteten sich Torgelegenheiten, konnten diese jedoch nicht in Zählbares ummünzen. Mal standen die Torhüter Gianluigi Buffon und Iker Casillas im Weg, dann war’s der letzte Pass und der Abschluss, der fehlte. Vor allem die Spanier wirkten häufig zu verspielt und ließen die Gelegenheit zum Torschuss liegen.

So endete die erste Hälfte zwar höchst unterhaltsam aber torlos.

In der zweiten Halbzeit knüften die Kontrahenten dort an, wo sie fünfzehn Minuten zuvor aufhörten: Kampfbetontes Spiel im Mittelfeld und zahlreiche Torgelegenheiten. Vier Minuten nach Wiederanpfiff war es Fabregas, der aus knapp zwanzig Metern ansatzlos draufhielt. Doch Buffon, nicht ohne Grund viermal Welttorhüter, tauchte ab und hielt spektakulär.

Die Spanier zogen in der Folge das Tempo an. Italien wechselte als erstes. Trainer Cesare Prandelli nahm Mario Balotelli vom Feld und brachte Antonio di Natale. Balotelli sichtlicher Frust sollte nur von kurzer Dauer sein. Denn nach großartigem Pass von Spielmacher Andrea Pirlo, konnte der eben eingewechselten di Natale mit seinem ersten Ballkontakt das 1:0 für die Italiener erzielen.

Sollte sich da eine kleine Sensation anbahnen? Nein. Nicht einmal zehn Minuten später egalisierten die Spanier in Person von Cesc Fàbregas nach ebenfalls sehenswertem Pass von Silva die Führung. Ausgleichstreffer zum 1:1. Unmittelbar danach wurde der Vorbereiter ausgewechselt. Für ihn brachte Trainer Vicente del Bosque mit Champions League-Sieger Fernando Torres eine nominelle Spitze.

Doch auch das nun bestehende 4-2-3-1-System und nochmal angezogenes Tempo der Iberer führte nicht zum Torerfolg. So trennten sich die Weltmeister von 2006, Italien, und 2010, Spanien, in ihrem ersten Gruppenspiel der EURO 2012 unentschieden. Je nach Ausgang der Partie Kroatien-Irland könnten die Favoriten auf die Spitzenplätze in Gruppe C unter Zugzwang geraten.

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