Spielbericht Deutschland gegen Portugal

von Philipp am 10. Juni 2012 · 0 Kommentare

Deutschland gegen Portugal

Deutschland 1:0 Portugal

“Fußball ist Ergebnissport” – heißt es. Daher wird spätestens am Mittwoch, wenn das zweite und vorentscheidende Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die mit dem Rücken zur Wand stehenden Niederlande Niederländer angepfiffen wird, niemand mehr nach der Art und Weise fragen, wie das Team von Bundestrainer Joachim Löw am gestrigen Samstag mit Ach und Krach 1:0 gegen Portugal Portugal gewinnen konnte.

Die in weißen Heim-Trikots spielenden Deutschland Deutschen hatten in der zweiten Minute die erste Chance durch Mario Gomez, dessen Kopfball jedoch vom portugiesischen Torhüter Rui Patricio pariert wurde.

Als gut zehn Minuten später Helder Postiga mit Gelb davon kam, hatten die in ihren roten Home-Jerseys auflaufenden Portugiesen Glück. Postigas Einsteigen gegen Manuel Neuer, der nach einem Rückpass den Sechzehnmeterraum verließ, hätte auch mit Rot geahndet werden können.

In der Folge kam Lukas Podolski häufig zum Abschluss, knnte das Tor der Iberer jedoch nie ernsthaft gefährden. Weder Freistöße noch spektakuläre Direktabnahmen fanden den Weg aufs Tor.

Das deutsche Spiel wirkte wie eines des FC Bayern an schlechten Tagen: Viel Ballbesitz, wenig Bewegung, wenig gute Chancen aus dem laufenden Spiel. Dabei wäre das Potential für schnelles und kombinationsreiches durchaus vorhanden, sitzen auf der Bank doch André Schürrle, Marco Reus und Mario Götze, die Leben in die statische Offensiche bringen könnten. Alle genannten warteten an diesem Samstagabend jedoch vergeblich auf ihren Einsatz.

Unmittelbar vor dem Pausenpfiff war das Glück auf Seiten der Deutschen. Nach einer Ecke Portugals fiel der Ball Pepe vor die Füße, der aus elf Metern elegant den Ball aufs Tor schlenzte. Manuel Neuer war geschlagen und auch Philipp Lahm, der am linken Pfosten steht, konnte nur zusehen, wie der Ball über seinen Kopf hinweg flog und die Unterkante der Latte traf. Von dort sprangt das Spielgerät senkrecht nach unten auf die Torlinie – kein Treffer!

Die zweite Halbzeit knüpfte dort an, wo die erste endete. Das Spiel der DFB-Elf war weiterhin statisch auf Ballbesitz ausgerichtet. Portugal versuchte es immer wieder über links mit Ronaldo und rechts Nani. Beiden gelang es immer wieder zumindest brenzliche Situationen heraufzubeschwören, zwingende Torchancen blieben jedoch aus.

Nach sechzig, spätestens siebzig Spielminuten drängte sich die Frage auf, ob und wann Löw frischen Wind ins Angriffsspiel bringen würde. Doch der Bundestrainer blieb bei seiner Linie. Den erwähnten Alterantiven Götze, Schürrle und Reus traute Löw offenbar nicht zu, es besser zu machen, als der ineffektive Podolski oder der ausgepumpt wirkende Thomas Müller.

Mario Gomez

Schütze des Siegtors im ersten Gruppenspiel der EURO 2012: Mario Gomez

Gerade als Deutschland den ersten Wechsel vorbereitete – Geburtstagskind Miroslav Klose stand an der Seitenlinie – fiel das spielentscheidende Tor. Mario Gomez, der seinen Platz hätte räumen müssen, köpfte im Rückwärtsgehen einen abgefälschte Flanke von Sami Khedira unhaltbar für Portugals Torhüter ins von ihm aus gesehen rechte Eck.

Nur fünf Minuten später war es erneut Gomez, der nach scharfer Hereingabe von Müller nur um Zentimeter verpasste. Wenig später kam Klose für den Torschützen in die Partie.

Kurz vor Ende des Spiels wurde es noch einmal gefährlich. Nanis Ball, der wohl als Flanke gedacht war, fällt in der 85. Spielminute aufs Lattenkreuz. Zwei Minuten vor Abpfiff hat Varela die große Chance zum Ausgleich. Der Ball irrte durch den deutschen Strafraum, rutschte durch Lahms Beine und landete vor den Füßen von Varela. Doch der Portugiese schloss überhastet ab und scheiterte am herauseilenden Neuer.

Die dritte Minute der Nachspielzeit lief, als Holger Badstubers Rücken einen gefährlichen Torschuss von Nani abwehrte. Die letzte gefährliche Aktion des Spiels, das Deutschland mit 1:0 gewinnen konnte.

Herausragend war, so ist man sich im deutschen Lager und in der internationalen Presse- und Forenlandschaft enig, neben Siegtorschütze Mario Gomez vor allem der eher überraschend in der Startformation stehende Mats Hummels. Gingen doch die meisten Beobachter davon aus, dass Löw an Innenverteidiger Per Mertesacker, trotz dessen langer Verletzungspause un fehlender Spielpraxis, festhalten würde. Hummels klärte ein ums andere Mal – teils spektakulär -, stand stets richtig und suchte nicht nur mit seinen Pässen sondern auch selbst den Weg ins Mittelfeld.

Außerdem wird seinem Kollegen auf der rechten Abwehrseite, Jérôme Boateng ein gutes Zeugnis ausgestellt. Dem Verteidiger des FC Bayern München gelang es, über neunzig Minuten weitgehend Superstar Cristiano Ronaldo auszuschalten. Bei dessen gefährlichster Aktion blockte Boateng in der 64. Spielminute mit einer Grätsche im Strafraum in letzter Sekunde den Torschuss.

Das zweite Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der EURO 2012 findet am Mittwoch gegen die Niederlande statt.

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