Spielbericht Dänemark gegen Portugal

von Philipp am 13. Juni 2012 · 0 Kommentare

Dänemark 2:3 Portugal

Dänemark 2:3 Portugal

Vor dem Spiel Dänemark Dänemark gegen Portugal Portugal gab es im Grunde nur zwei Themen: Neben dem allgegenwärtigen Cristiano Ronaldo auf einer einen Seite, war der überraschende EM-Triumph der Dänen 1992 auf der anderen Seite Gesprächsthema Nummer eins. Kein Wunder, gewann das Team von Trainer Morten Olsen doch unerwartet das erste Gruppenspiel der EURO 2012 gegen die Niederlande Niederlande mit 1:0. Währendessen sah die Ausgangslage für Portugal nach der Auftaktniederlage gegen Deutschland Deutschland wesentlich düsterer aus. CR7 und Co. standen schon vor der Begegnung mit dem viel zitierten Rücken zur nicht seltener zitierten Wand.

Erste Halbzeit Dänemark gegen Portugal

Folglich konnte man offensiv ausgerichtete Iberer erwarten, mussten Sie doch gewinnen, um die Chance aufs Erreichen der K.o.-Phase zu wahren. Erwartungen, die in zunächst nicht erfüllt wurden. Trotz zweier Ecken in der Frühphase, verlief der Beginn schleppend. Wie die deutsche Nationalmannschaft, so verstanden es auch die Dänen, die portugiesischen Offensivspieler bei Ballbesitzt sofort zu doppeln. Auch von Freistößen in aussichtsreichen Positionen auf beiden Seiten ging nicht ansatzweise Gefahr aus.

Nach etwa fünfzehn Minuten wird Morten Olsen erstmals zum Wechsel gezwungen. Kapitän Niki Zimling muss verletzt vom Feld und wird druch Jakob Poulsen positionsgetreu ersetzt. Nach 24 Minuten tritt Ronaldo zum zweiten Eckstoß seiner Mannschaft an. Auf den ersten Pfosten gezogen findet der Ball Pepe, der aus fünf Metern völlig freistehend per Kopf zum 1:0 einnetzen kann. Minuten zuvor dachte man noch, der Torschütze stünde, angesichts scheinbar unerträglicher Schmerzen nach einem verlorenen Zweikampf, kurz vor der Auswechslung.

Zehn Minuten später ein bekanntes Bild. Ronaldo steht breitbeinig gut zwanzig Meter halblinks vor dem dänischen Tor zum Freistoß bereit. Der teuerste Fußballer der Welt trifft jedoch lediglich einen dänischen Kopf, der den Ball ins Toraus abfälscht.

Nur wenige Minuten vergehen, da machen es seine Kollegen Nani und Helder Postiga unter Mithilfe der dänischen Defensive – vielmehr deren Abwesenheit – deutlich besser. Nach einer ungeschickt abgewehrten Flanke von links kommt der Ball zu Nani, der unbedrängt scharf vors Tor spielt. Dort steht Postiga richtig und verwandelt zum 2:0.

Nun scheinen auch die Dänen aufgewacht zu sein. In der 38. Spielminute sehen die etwa 35.000 Zuschauer in Lemberg deren ersten Torschuss, den Portugals Keeper Eduardo nur mit Mühe festhalten kann.

Auf dem Fuß folgt die zweite Chance. Während die hell gekleideten Verteidiger darauf spekulieren, dass der Ball ins Aus geht, gelingt es Michael Krohn-Dehli das Spielgerät in den Fünfmeterraum zu bringen, wo Nicklas Bendtner wie beim Kopfballtraining aus nicht einmal zwei Metern zum 1:2-Anschlusstreffer einnicken kann.

Zweite Halbzeit Dänemark gegen Portugal

Vier Minuten nach Wiederanpfiff bietet sich Ronaldo die bislang größte Gelegenheit sein erster Turniertor zu erzielen. Im Mittelfeld bekommt er den Ball und kann ohne Gegenspieler aufs dänische Tor ziehen. Doch der portugiesische Superstar scheitert am herauslaufenden Stephan Andersen. Das hätte das 3:1 sein müssen.

Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo vergab zweimal die Chance zum vorentscheidenden 3:1

Portugal kommt insgesamt besser in den zweiten Spielabschnitt. In der Viertelstunde nach der Pause bietet sich den Roten nicht eine Torgelegenheit. Dafür muss erneut wegen einer Verletzung gewechselt werden. Tobias Mikkelsen kommt für den offenbar am Oberschenkel verletzten Dennis Rommedahl ins Spiel. Nach gut sechzig Minuten fasst sich der Stuttgarter William Kvist ein Herz und hält volley aus etwas zwanzig Metern aufs Tor. Der Ball geht aus Stürmersicht rechts vorbei. Wenig später kommt Nelson Oliveira für den Torschützen des 1:0, Helder Postiga, in die Partie.

In der Folge gewinnt man den Eindruck, als könnten oder wollten die Portugiesen nicht mehr, während den Dänen ihre Phantasie gänzlich abhanden gekommen ist. Außer Distanzschüssen ist nichts zu sehen.

Wer denkt, größere Chancen als in der 49. Minute gäbe es nicht, der wird in der 78. eines Besseren belehrt. Wieder wird Ronaldo völlig freistehend angespielt. Diesmal keine dreißig Meter vor dem Tor und wieder nur Andersen zwischen sich und dem 3:1. Diesmal legt er den Ball rechts am Tor vorbei. Schon Andy Brehme wusste: “Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh”.

Beinahe im Gegenzug passiert das aus portugiesischer Sicht Unvermeidliche. Dänemark gleich mit dem ersten ordentlichen Angriff in Hälfte zwei aus. Wieder ist es Nicklas Bendtner, der abermals per Kopf triff. Aus 0:2 wird 2:2 bei noch zehn Minuten auf der Uhr.

Portugal wirft nun alles nach vorn, müssen sie doch, wie eingangs erwähnt, gewinnen. Drei Minuten vor Ende de regulären Spielzeit werden ihre Bemühungen belohnt. Nachdem Silvestre Varela zunächst mit links verpasst, dreht er sich um seine eigene Achse, triff mit rechts und versenkt den Ball unhaltbar im dänischen Tor.

Dänemark unterliegt Portugal mit 2:3. Damit sind beide Teams nicht punktgleich in Gruppe B, mit 3:3 Toren haben sie auch identische Torverhältnisse. Die Portugiesen würden jedoch wegen Siegs im direkten Vergleichs im Zweifelsfall weiterkommen.

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