Geschichte der Europameisterschaft – Die 80er Jahre

von Alex am 2. Mai 2012 · 0 Kommentare

Das Olympiastadion in München, Endspielort der EM 1988

In den 80er Jahren fanden drei Europameisterschaften statt und zum ersten Mal nahmen acht statt nur vier Mannschaften an den Endrunden in Italien (1980), Frankreich (1984) und Deutschland (1988) teil.

Europameisterschaft 1980 in Italien

Gastgeber Italien lud 1980 zur Europameisterschaft und neben Italien konnten sich der Titelverteidiger Tschechoslowakei, Deutschland, Griechenland, die Niederlande, Spanien und Belgien für die Euro 80 qualifizieren. Die DDR scheiterte erneut, als amtierenden Olympiasieger von 1976 jedoch in der Qualifikation an der Niederlande. In Gruppe A setzte sich Deutschland als Gruppensieger für das Finale sowie die Tschechoslowakei als Zweiter für das Spiel um Platz 3 durch, während die Niederlande und Griechenland als dritter und vierter die Heimreise antraten. In Gruppe B löste Belgien als Gruppensieger das Finalticket und Italien als Zweiter durfte zumindest noch im Spiel um Platz drei ran, für den dritten England und den vierten Spanien bedeutete dies jedoch das Aus.

Im Spiel um Platz 3 setzte sich die Tschechoslowakei mit 9:8 nach Elfmeterschießen gegen Italien. Nach 90 Minuten stand es 1:1 im kleinen Finale, bei dem es eigentlich nur um die goldene Ananas ging. Im Finale in Rom setzte sich Deutschland mit 2:1 gegen Belgien durch und konnte sich den zweiten Europameistertitel sichern. Die beiden Tore für Deutschland erzielte Horst Hrubesch, während für Belgien René Vandereycken traf. Die bekanntesten Namen aus der deutschen Mannschaft, die von Jupp Derwall trainiert wurde, waren Harald “Toni” Schumacher, Uli Stielike, Bernd Schuster, Karl-Heinz Rummenigge, Felix Magath und ein 19-Jähriger Lothar Matthäus.

 

Europameisterschaft 1984 in Frankreich

Nachdem es 1980 zum ersten Mal acht Mannschaften in zwei Gruppen bei einer Europameisterschaft gab und dort in der Vorrunde die beiden Finalteilnehmer sowie die des Spiel um Platz 3 ausgespielt wurden, so fand nun in Frankreich 1984 zum ersten Mal nach der Vorrunde ein Halbfinale statt und das “unnötige” Spiel um Platz 3 wurde abgeschafft. Die Teilnehmer waren in Gruppe A Gastgeber Frankreich, Dänemark, Belgien und Jugoslawien, während in Gruppe B Spanien, Portugal, Titelverteidiger Deutschland und Rumänien sich qualifiziert hatten. Die DDR scheiterte, welche Überraschung wieder in der Qualifikation, diesmal an Belgien.

Frankreich setzte sich in Gruppe A vor Dänemark als Gruppensieger durch. Für Belgien und Jugoslawien war bereits nach der Vorrunde Schluss. Dasselbe Schicksal erteilte in Gruppe B überraschend Titelverteidiger Deutschland und Rumänien, während Spanien als Gruppensieger sowie Portugal als zweiter das Halbfinalticket löste. Nach dem blamablen Auftritt der deutschen Elf wurde Trainer Jupp Derwall abgesetzt und durch Franz Beckenbauer ersetzt.

Im Halbfinale setzte sich Gastgeber Frankreich mit 3:2 nach Verlängerung gegen Portugal durch während Spanien im zweiten Halbfinale nach Elfmeterschießen (5:4) das Finalticket gegen Dänemark buchte. Im Finale dominierten die Franzosen um einen überragenden Michel Platini die Spanier und gewannen durch Tore von eben Platini und Bruno Bellone mit 2:0 und sicherten sich den ersten Europameistertitel.

 

Europameisterschaft 1988 in Deutschland

Deutschland war 1988 der Ausrichter der Europameisterschaft und bei einem guten Turnier traten in Gruppe A neben Gastgeber Deutschland, Italien, Dänemark und Spanien an, während England, Irland, Niederlande und die UDSSR das Teilnehmerfeld in Gruppe B komplettierten. Zum letzten Mal vor der Wiedervereinigung scheiterte auch diesmal die DDR wieder in der Qualifikation, diesmal an der UDSSR.

In Gruppe A setzte sich Deutschland als Gruppensieger sowie Italien als Zweiter durch, während in Gruppe B die UDSSR und die Niederlande das Halbfinalticket lösten. Somit kam es im Halbfinale in München zum Klassiker Deutschland gegen die Niederlande. Nach der Führung von Lothar Matthäus per Foulelfmeter konnte Ronald Koeman den Ausgleich ebenfalls bei Elfmeter beisteuern, ehe Marco van Basten in der 88. Minute die Holländer ins Finale schoß und so den Traum vom Titel im eigenen Land für Deutschland zerstörte.

Im zweiten Halbfinale setzte sich die UDSSR klar und deutlich mit 2:0 gegen Italien durch. Im Finale siegte die Niederlande gegen die UDSSR und holte sich den ersten und bislang einzigen Titel in ihrer Nationalmannschaftskarriere. Das Spiel endete nach Toren von Ruud Gullit und Marco van Basten mit 2:0. Das 2:0 von Marco van Basten war dabei sicherlich eins der schönsten und spektakulärsten Tore der Europameisterschaftsgeschichte. Neben den bekannten Spielern van Basten, Gullit und Koeman gehörten auch noch Frank Rijkaard und Jan Wouters zur Europameisterelf 1988.

Foto: Arad Mojtahedi

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