Geschichte der Europameisterschaft – Die 70er Jahre

von Alex am 19. April 2012 · 0 Kommentare

Nacht von Belgrad 1976

Der Ort der "Nacht von Belgrad" im Jahre 1976, das Stadion Crvena Zvezda

In den 70er Jahren fanden die dritte und vierte Europameisterschaft statt und waren zudem die letzten beiden Turniere, die offiziell erst im Halbfinale als Europameisterschaftsturniere begannen. Die 70er Jahre waren zudem die goldene Zeit der deutschen Elf, die nun auch bei den Europameisterschaften Erfolge einfahren konnte.

Europameisterschaft 1972 in Belgien

1972 holte die Nationalmannschaft von Deutschland Ihren ersten Europameistertitel in Belgien. Erneut wurde im Vorfeld eine Qualifikation mit 8 Gruppen gespielt, wo sich die Gruppensieger für das Viertelfinale qualifizierten, aus denen dann die 4 Halbfinalisten für die Europameisterschaft ausgespielt wurden. Die Sowjetunion, Ungarn, Deutschland und Belgien waren die letzten 4 Mannschaften und Belgien wurde die Ehre zuteil, die Endrunde auszurichten. Während sich Deutschland für das Halbfinale qualifizieren konnte, scheiterte die DDR in der Qualifikationsrunde. Gruppensieger dieser Gruppe wurde Jugoslawien. In der Qualifikation setzte sich die deutsche Nationalmannschaft im Viertelfinale gegen England mit 3:1 im Wembley Stadion und einem 0:0 in Berlin durch. Das Spiel in England wird von vielen Experten als eines, wenn nicht sogar das beste Spiel einer deutschen Nationalmannschaft angesehen.

Im Halbfinale setzten sich Deutschland mit einem 2:1 Sieg über Belgien und die Sowjetunion mit einem 1:0 Sieg über Ungarn durch. Das Spiel um Platz 3 entschied Belgien mit 2:1 gegen Ungarn für sich, während Deutschland nach zwei Toren von Gerd Müller und einem Tor von Herbert Wimmer mit 3:0 gegen die Sowjetunion gewann und den ersten von 3 EM-Titeln gewann. Die 1972er Elf der deutschen Nationalmannschaft wird im Allgemeinen als die Beste deutsche Nationalmannschaft aller Zeiten angesehen. Zur ihr gehörten Spieler wie Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Uli Hoeneß, Günter Netzer, Jupp Heynckes und Gerd Müller.

Europameisterschaft 1976 in Jugoslawien

Zum letzten Mal nahmen an der Endrunde der Europameisterschaft 1976 in Jugoslawien nur 4 Mannschaften teil. Die vier teilnehmenden Mannschaften waren Gastgeber Jugoslawien, Deutschland, die Tschechoslowakei und die Niederlande. Die DDR scheiterte erneut in der Qualifikationsgruppenphase, Gruppensieger dieser Gruppe wurde Belgien. Im Halbfinale schlug die Tschechoslowakei die Niederlande mit 3:1 nach Verlängerung und Deutschland Jugoslawien mit 4:2 ebenfalls nach Verlängerung. Die Niederlande gewann das Spiel um Platz 3 mit 3:2 nach Verlängerung gegen Jugoslawien, während das Finale sogar in ein legendäres Elfmeterschießen ging, was später als “Nacht von Belgrad” in die Geschichtsbücher einging. Ein Video des kompletten Spiels mit deutschem Kommentar kann man sich hier anschauen.

Nach 120 Minuten stand es zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland 2:2 nach Toren von Marian Masny und Karol Dobias für die Tschechoslowakei und Dieter Müller und Bernd Hölzenbein für Deutschland. Im folgenden Elfmeterschießen, übrigens das erste bei großen Fußballturnieren, setzte sich schließlich die Tschechoslowakei mit 5:3 durch, da zuerst Uli Hoeneß seinen Elfmeter in den Belgrader Nachthimmel schoss und danach Antonin Panenka den Ball einfach in die Tormitte lupfte und somit Sepp Maier verlud. Wer nur den Panenka Elfmeter sehen will, der kann sich das folgende Video ansehen.

Foto: Vlada Marinković

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